Empfang des Landkreises für Neueingebürgerte im Gräfelfinger Bürgerhaus

05.02.2016

Am Mittwochabend, 3.2.2016, begrüßte der Landkreis München seine neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Veranstaltung fand in diesem Jahr im Gräfelfinger Bürgerhaus statt, neben Landrat Christoph Göbel begrüßte auch Uta Wüst als 1. Bürgermeisterin.

417 Menschen aus 69 Ländern wurden in den vergangenen 14 Monaten im Landkreis eingebürgert. Rund 150 Gäste aus diesem Kreis waren der Einladung des Landratsamtes gefolgt und nahmen an der Feierstunde im Bürgerhaus Gräfelfing teil.

Landrat Christoph Göbel hieß die anwesenden Neubürger und ihre Familien aus Gräfelfing und dem gesamten Landkreis herzlich willkommen und brachte seine Anerkennung für die Entscheidung zur Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft zum Ausdruck: „Die Entscheidung, deutscher Staatsbürger oder deutsche Staatsbürgerin zu werden, ist auch ein Bekenntnis zu diesem Land, zu einer Heimat und auch zu einer Gesellschaft. Für zahlreiche Menschen aus dem Nicht-EU-Ausland bedeutet die deutsche Staatsbürgerschaft zudem gleichzeitig die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit. Dies ist ein bemerkenswerter Schritt, den Sie in den vergangenen Monaten gegangen sind“, so Göbel.

"Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr Gastgeber sein dürfen für dieses "Willkommen", das  Ihnen ein weiteres Gefühl des Ankommens vermitteln soll – abgesehen von Formalien wie etwa Ihrem deutschen Pass", so Bürgermeisterin Uta Wüst in ihrer Begrüßung. "Denn „Daheim“ – dieser Begriff ist viel mehr als nur ein Wort, er bezeichnet ein Gefühl. Ich wäre sehr glücklich, wenn wir Ihnen ein echtes „Daheim“ geben können. Hier in Gräfelfing oder an einem anderen Ort im Landkreis."


Identifikation mit Kultur und Gesellschaft als wichtige Säule der Integration

Seinen Willkommensgruß verband Göbel gleichzeitig mit einer Bitte an die neu Eingebürgerten: „Ich möchte Sie dazu ermuntern, Ihre neuen Möglichkeiten, die sich Ihnen mit der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft bieten, zu nutzen und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen, sei es durch Wahlen, politisches Engagement oder anderes. Wir brauchen die Erfahrungen, die Sie durch Ihre Geschichte mitbringen, um uns weiterzuentwickeln.“

Bürgermeisterin Uta Wüst: „Einen Job oder auch einen Wohnsitz wechselt man meist öfter im Leben – eine Staatsbürgerschaft dagegen nicht so leicht. Dies setzt Offenheit und Toleranz voraus und es steckt eine Menge Arbeit dahinter.“ Wüst rief die Neubürger ebenfalls dazu auf, sich zu beteiligen und das Leben am neuen Wohnort mitzugestalten.

Einen Erfahrungsbericht gab es in diesem Jahr von Neubürger Frederico Ayrosa Nascimento. Der 34-Jährige, der ursprünglich aus Brasilien stammt, aber deutsche und österreichische Vorfahren hat, kam 1998 über einen Austausch erstmals nach Deutschland. In Köln lernte er mit damals 17 Jahren auch seine heutige Ehefrau kennen. Nach mehreren Jahren in Brasilien lebt das Paar seit 2004 im Landkreis. An vieles, was ihm zunächst fremd erschien, hat er sich inzwischen gewöhnt, aber anfangs war der Kulturschock groß, wie er sich erinnert: „Ich kam in Deutschland an und alles war anders, das Wetter, das Essen, die Pünktlichkeit. In Brasilien ist eine Stunde Verspätung beim Essen nicht schlimm. In Deutschland haben die anderen dann schon angefangen zu Landkreis München essen“, lacht Ayrosa Nascimento. Die Entscheidung, Deutscher zu werden, hat er vor rund zwei Jahren getroffen. „Das ist mir leicht gefallen“, berichtet Ayrosa Nascimento, „Deutschland ist ein schönes Land, es ist sehr sauber, alle Leute werden gleich behandelt und haben auch die gleichen Möglichkeiten. Ich fühle mich hier wohl.“ Seine brasilianischen Wurzeln will er auch weiter im Herzen tragen.

Den feierlichen Höhepunkt des Empfangs gestalteten abschließend alle Anwesenden mit, als unter Begleitung der Jugendmusikschule Gräfelfing erst die deutsche Nationalhymne und dann die Bayernhymne angestimmt wurden.