Bürgerversammlung 2016: Lärmschutz im Fokus der Bürgerfragen

31.10.2016

Am 27. Oktober fand in Gräfelfing wieder die jährliche Bürgerversammlung statt. Bürgermeisterin Uta Wüst und die Amtsleiter der einzelnen Fachabteilungen im Rathaus berichteten den Bürgerinnen und Bürgern zu den den wichtigsten Projekten seit dem Oktober 2015. Schwerpunktthemen waren die Übernahme des Rudolf und Maria Gunst-Hauses durch die Gemeinde Gräfelfing, der Baubeginn des Anbaus an die Volksschule Lochham, das Bauvorhaben Rottenbucher Straße, der aktuelle Stand in der Flüchtlingsfrage sowie Fortschritte in den Planungen für den Jahnplatz.

Im Mittelpunkt des Bürgerinteresses stand das Thema Lärm. Anwesend waren Vertreter der neu gegründeten "Bürgerinitiative Staatsstraßen in Gräfelfing", die ihr Anliegen - den Lärmschutz an Pasinger und Planegger Straße - der Bürgermeisterin vortrugen. Diskutiert wurde daraufhin noch einmal die Möglichkeit einer Entlastungsstraße als Alternative zu der 2013 im Bürgerentscheid abgelehnten Ortsumgehung. "Diese hat allerdings im Gemeinderat noch keine Mehrheit gefunden", so Bürgermeisterin Uta Wüst. Auch der Lärmschutz entlang der Autobahn wurde thematisiert. Anwohner sammelten hunderte von Unterschriften, um Maßnahmen voranzutreiben. Bürgermeisterin Wüst führte daraufhin aus, dass eine Tunnellösung aus finanziellen Gründen für die Gemeinde nicht zu stemmen sei - unterschiedliche Varianten dazu inklusive ihrer Finanzierung waren von einem Ingenieurbüro vorgelegt worden. Auch eine Temporeduzierung auf 60 km/h nachts mit zugehöriger Geschwindigkeitsüberwachung sei in Verhandlung mit der Autobahndirektion nicht durchsetzbar. Allerdings werde man im Verbund mit den Verantwortlichen der angrenzenden Münchner Stadtteile noch einmal einen Vorstoß wagen.

Ein wichtiges Thema auf der Bürgerversammlung war auch die neue Bebauung des Doemens-Grundstücks an der Würm. Sorgen und Bedenken der Anlieger betrafen hauptsächlich den dadurch entstehenden Durchgangsverkehr. Bürgermeisterin Uta Wüst entgegnete, dass man sich bei der Planung an den Bebauungsplänen orientieren werde. Die Nachbarn sollten allerdings in den Prozess mit eingebunden werden durch möglichst hohe Transparenz und Mitsprachemöglichkeiten.

Landrat Christoph Göbel begrüßte die Besucher der Bürgerversammlung im Namen des Landkreises und stellte wichtige Kennzahlen vor. So ist der Landkreis mit aktuell 340.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Landkreis in Bayern und belegt in Rankings zur Zukunftsfähigkeit regelmäßig Platz 1. Immer mehr Fachkräfte strömen in den Raum - was allerdings auch Herausforderungen bei der Infrastruktur und im Hinblick auf den zur Verfügung stehenden Wohnraum mit sich bringt. "Hochhäuser können dafür auch keine Lösung sein", so Christoph Göbel. Sinnvolle städtebauliche Konzepte seien notwendig, die die Charakteristik des Landkreises erhalten.

Bürgermeisterin Uta Wüst wies noch einmal darauf hin, dass in punkto Flüchtlinge in Gräfelfing alles sehr gut laufe. Auch die Übernahme des Seniorenheims Rudolf und Maria Gunst-Hauses sei reibungslos verlaufen. Erfreulich sei, dass es mit der Geothermie nun voran gehe in Gräfelfing: Wahrscheinlich werde die Gemeinde die Gelegenheit erhalten, den Claim von dem bisherigen Inhaber zu übernehmen und das Projekt in eigener Regie durchzuführen.