Bahnübergang Brunhamstraße – Bericht aus dem Gemeinderat am 23.03.2021

24.03.2021

Der Gemeinderat Gräfelfing sieht nach der Anhörung von zwei Gutachtern keine Notwendigkeit für eine Unterführung am Bahnübergang Brunhamstraße.

Dem Gutachten des Ingenieurbüros Vieregg und Rössler GmbH zufolge erhöhen sich die Zeiten, in denen die Schranke geschlossen ist, auch nach Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke nicht. Daher hat der Gemeinderat beschlossen, gegenüber der Landeshauptstadt eine ablehnende Stellungnahme abzugeben.

Die Landeshauptstadt München hat die Planungen zu einer Unterführung für Kraftfahrzeuge am Bahnübergang Brunhamstraße wieder aufgenommen und die Gemeinde Gräfelfing zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am 23. März mit dem Thema beschäftigt. Hier finden Sie die vorgestellten Gutachten und Planungsgrundlagen. 

Von der Deutschen Bahn hat die Landeshauptstadt die Information bekommen, dass sich die Schließzeiten der heutigen Schranke am Bahnübergang nach Fertigstellung der zweiten Stammstrecke auf ca. 46 Minuten pro Stunde erhöhen (bisher ca. 26 Minuten). Dies ist ihr Hauptargument für eine Unterführung. Hinzu kommt die starke Verkehrsbelastung der Bodenseestraße, die durch die wachsende Bebauung in Freiham weiter zunimmt. 

Zu Beginn des Tagesordnungspunktes stellte Robert Adam vom Mobilitätsreferat der Landeshaupststadt München die Planungsüberlegungen der Stadt vor. 

Dr. Martin Vieregg vom Ingenieurbüro Vieregg-Rössler GmbH hat im Auftrag der Gemeinde Gräfelfing untersucht, wie sich die zweite Stammstrecke voraussichtlich auf die Schrankensperrzeiten auswirken wird. Die Schrankensperrzeit ist der Zeitraum vom Aufblinken des roten Warnlichts vor dem Schließvorgang bis zu dem Moment, an dem sich die Schranke wieder öffnet. Er kam zu dem Ergebnis, dass sich die Zeiten, verglichen mit dem Status quo, kaum verändern werden. Aktuell ist die Schranke in der Hauptverkehrszeit nach Ermittlungen des Ingenieurbüros für 18,5 Minuten pro Stunde geschlossen. Die erwartete künftige Schrankensperrzeit liegt bei 17,9 Minuten pro Stunde. 

Die Diskrepanz zwischen den Angaben der Bahn und dem vom Büro Vieregg-Rössler ermittelten Wert ist dem Vernehmen nach zurückzuführen auf eine teilweise mangelhafte Qualität von Planungen und Aussagen auf Seiten der Deutschen Bahn. 

Verkehrsplaner Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer Infrastruktur GmbH & Co. KG hat im Auftrag der Gemeinde die erwarteten Entwicklungen der Verkehrsmengen im Gemeindegebiet nach Realisierung einer Unterführung analysiert. Auch seine Modellberechnungen ergeben, dass die tatsächliche aktuelle Schrankensperrzeit eher bei ca. 16 Minuten anstelle der angegebenen 26 Minuten liegen dürfte.

Die Modellierung der erwarteten Verkehrsströme im Fall einer Unterführung ergeben eine deutliche Mehrung des Kraftfahrzeugverkehrs auf Gräfelfinger Gebiet, vor allem in der Aubinger und der Lochhamer Straße. Aber auch in weiteren Straßen, explizit erwähnt wurden beispielsweise die Rottenbucher und die Maria-Eich-Straße, nehmen die Verkehrszahlen zu.

In der Aubinger und der Lochhamer Straße wäre bei Realisierung der Unterführung mit einer deutlichen Zunahme des Kraftfahrzeugverkehrs zu rechnen (bis zu 40 % gegenüber der heutigen Situation in der Aubinger Straße und bis zu 20 % in der Lochhamer Straße). In diese Mehrung fließen sowohl die Auswirkungen der strukturellen Veränderungen in dem Gebiet (Freiham und weitere Bauvorhaben) als auch die Entwicklung im Fall einer Unterführung ein.  

Nach den Ausführungen beider Gutachter kam der Gemeinderat Gräfelfing einstimmig zu dem Ergebnis, das von der Landeshauptstadt vorgeschlagene Vorhaben abzulehnen. 

Die Ausführungen zu diesem Tagesordnungspunkt wurden im Live Stream übertragen. Am Bildschirm nahmen rund 360 Personen teil.

 

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