Letzte Sitzung des Gemeinderats in Gräfelfing

29.04.2020

Bei der dritten Sitzung des Gemeinderates in diesem Jahr (plus einem Ferienausschuss) und zugleich seiner letzten in dieser Zusammensetzung wurden Bürgermeisterin Uta Wüst sowie acht Mitglieder offiziell verabschiedet: Da Uta Wüst auf ihr Mandat verzichtet hatte, wird sie dem zukünftigen Gemeinderat nicht angehören. Die Sitzung fand öffentlich statt, aufgrund der besonderen Umstände im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie jedoch im Bürgerhaus statt wie gewohnt im Sitzungssaal. Notwendig war eine besondere Sitzordnung, die die Mindestabstände gewährleistete. Ebenso wurden Masken und Desinfektionsmittel ausgegeben sowie Handschuhe zur Verfügung gestellt.

Start der Amtszeit des neuen Ersten Bürgermeisters Peter Köstler ist am 1. Mai, die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderats findet am Dienstag, 5. Mai, um 19.15 Uhr, im Bürgerhaus statt. Die sonst übliche Übergabe der Amtskette und des Rathausschlüssels im Rahmen der Maifeier wird in diesem Jahr in kleinem Rahmen im Bürgermeister-Büro abgehalten.

„Sechs gemeinsame Jahre gehen mit dieser Sitzung nun leider zu Ende. Sehr gerne hätte ich Gräfelfing noch weiter als Bürgermeisterin gemeinsam mit dem Gemeinderat gestaltet. Das Wahlergebnis hat die Weichen anders gestellt. Wieder war es ebenso spannend und knapp wie vor sechs Jahren, als ich ins Amt der Ersten Bürgermeisterin gewählt wurde“, so eröffnete Uta Wüst ihre letzte Sitzung als Bürgermeisterin von Gräfelfing. Sie brachte in ihrer Abschiedsrede ihr Bedauern zum Ausdruck, gab aber auch einen kurzen Rückblick auf einige Themen und Projekte, die den Gemeinderat über die Jahre beschäftigt hatten.

So sei positiv zu erwähnen, dass sich der Gemeindehaushalt auf fast 200 Millionen Euro erhöht habe. „Das ist eine sehr positive Entwicklung, für die natürlich viele Faktoren ausschlaggebend waren“, so Uta Wüst. „Dennoch haben wir auch mit neuen und großen Projekten nicht gespart: 25 barrierefreie Gemeindebauwohnungen in der Rottenbucher Straße wurden geschaffen, die Erweiterung an der Volksschule Lochham um 4.000 Quadratmeter wurde realisiert, ebenso die Übernahme des Rudolf und Maria Gunst-Hauses in einen Eigenbetrieb der Gemeinde inklusive der Entwicklung eines Zukunftskonzepts. Ein ganz wichtiger Meilenstein: Wir haben ein Verkehrskonzept auf den Weg gebracht als Junktim mit der Planung einer Entlastungsstraße. Das Verkehrskonzept ist jetzt Beschlusslage. Wir sind in diesen sechs Jahren im Gemeinderat gut zusammengewachsen, haben eine gute Arbeit geleistet und hoffentlich auch nachhaltig Spuren hinterlassen.“

Neben den Gemeinderäten dankte Uta Wüst auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus und in den Außenstellen für ihren Einsatz und ihre Unterstützung in den vergangenen sechs Jahren.

 

Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte 

Dem Gremium nicht mehr angehören werden in der nächsten Amtsperiode:

Franz Lang (SPD)
Michael Langer (SPD)

Petra Schaber (IGG)
Dr. Benno Stübner (IGG)

Joachim Bender (Grüne)

Dr. Kai Reichert (BVGL)

Irmelin Eichler (Parteifrei)
Hans-Joachim Kramer (Parteifrei)

 

Die Gemeinderäte, die nun mit Ablauf des Monats ausscheiden, verabschiedete Uta Wüst in der Reihenfolge nach ihrem Dienstalter.

 

Dr. Benno Stübner wurde mit 24 Jahren im Gemeinderat als dienstältestes Mitglied zuerst verabschiedet. Allerdings in Abwesenheit, da er aufgrund einer Corona-Quarantäne an der Sitzung nicht teilnehmen konnte. Seit 1996 gehörte er dem Gremium an und war in dieser Zeit in allen Ausschüssen vertreten, unter anderem im Ausschuss für Rechnungsprüfung, dessen Vorsitzender er seit 2008 auch war.  Mehrmals fungierte Dr. Benno Stübner als Vorsitzender der IGG. „Benno Stübner war ein wichtiges Mitglied der IGG-Fraktion im Gräfelfinger Gemeinderat über viele Jahre hinweg und kannte sich mit sehr vielen Themen aus, vor allem aber mit dem Baurecht“, so Uta Wüst. Besonders hervorzuheben sei auch sein Engagement für Themen aus dem Bereich Energie und Umwelt, beispielsweise bei der Bürgerwerkstatt Energie (BÜWEG) oder dem „Rama Dama“ an der Würm, das er seit 35 Jahren organisiert. „Er wird uns hoffentlich auch aus der zweiten Reihe weiter unterstützen.“

 

Nach Benno Stübner wurde Petra Schaber verabschiedet, die als ehemalige 2. Bürgermeisterin insgesamt 18 Jahre im Gräfelfinger Gemeinderat vertreten war. „Petra Schaber war ebenfalls Mitglied in mehreren Ausschüssen“, so Uta Wüst. „2003 wurde Frau Schaber als erste Frau in Gräfelfing zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt – ein Amt, das sie fünf Jahre lang bekleidete. Seit 2008 war sie Fraktionssprecherin der IGG-Fraktion im Gemeinderat. Aufgrund ihres großen sozialen Engagements, beispielsweise als Initiatorin des Würmtal-Tischs, erhielt sie 2016 die silberne Bürgermedaille der Gemeinde Gräfelfing sowie im gleichen Jahr auch die Goldene Ehrennadel des Landkreises München. Sie ist Mitglied des Stiftungsvorstands der Gemeindestiftung Gräfelfing, Schulweghelferin und Mitglied unserer Steuerungsgruppe Fairtrade. Ich bedanke mich bei Frau Schaber für Ihre Expertise und ihr Engagement vor allem bei sozialen Themen, aber auch auf vielen anderen Gebieten.“
 

Dr. Kai Reichert gehörte dem Gemeinderat seit 2008 an. Ebenso lang war er im Ausschuss für soziale Angelegenheiten, Schul- Kultur- und Sportfragen und setzte sich dort besonders für soziale Themen ein mit Schwerpunkt Wohnen im Alter. „Er hat uns wertvolle Impulse gegeben für die Entscheidung der Kommune, das Rudolf und Maria Gunst-Haus in Eigenregie analog den Gemeindekindergärten zu betreiben. Durch seine Arbeit mit den Patienten im Haus brachte er viel Erfahrung aus dem Alltag mit ein“, so Uta Wüst. „Da war es nur eine logische Folge, dass er nun auch dem Aufsichtsrat des RMG angehört. Außerdem ist er aktiv im Vorstand der Jugendmusikschule.“  

 

Gleich lang, nämlich von 2014 bis heute, waren die beiden Gemeinderäte der SPD Franz Lang und Michael Langer Mitglieder des Gräfelfinger Gemeinderats. Während Uta Wüst bei Franz Lang sein Engagement für Umwelt- und Verkehrsthemen hervorhob sowie seinen „scharfen Blick auf die Finanzen der Gemeinde“, verabschiedete sie den Fraktionsvorsitzenden Michael Langer mit dem dankenden Hinweis auf seine Tätigkeit als stimmberechtigtes Delegationsmitglied beim Deutschen Städtetag und seinem Einsatz für Verkehrsthemen, beispielsweise der Verkehrssicherheit oder dem Vorschlag für kostenloses Busfahren in Gräfelfing. „Sie haben viele Denkanstöße eingebracht.“

 

Als Nachrücker während der Wahlperiode kamen Hans-Joachim Kramer, Irmelin Eichler und Joachim Bender in den Gräfelfinger Gemeinderat. Sie ersetzten Hans Furbach, Ralf Brandtner und Frank Sommer. Uta Wüst bedankte sich ebenfalls bei ihnen für ihre Tätigkeit und ihr wertvolles Engagement.

 

Alle ausscheidenden Gemeinderäte erhielten gemäß der Tradition als Abschiedsgeschenk einen geschnitzten Moriskentänzer als Erinnerung an ihre Tätigkeit.

 

Verabschiedung Uta Wüst: Erste Frau auf dem Bürgermeistersessel in Gräfelfing

„2014 wurden Sie gewählt als erste Frau auf den Bürgermeistersessel Gräfelfings, das ist historisch“, begann der neue Erste Bürgermeister Peter Köstler seine Rede zur Verabschiedung von Uta Wüst. Er zollte seiner Vorgängerin Respekt: „Es war Ihnen von Anfang an wichtig, auch diesen Blickwinkel als Frau mit einzubringen und neue Wege zu gehen. Kommunikation und Moderation waren Schlüsselbegriffe für Sie, die Gemeinsamkeit zu finden, miteinander zu reden. Im Gemeinderat haben Sie dies beispielsweise realisiert durch gemeinsame Klausurtagungen zu bestimmten Themen, von denen wir sicher auch in Zukunft profitieren können. Zudem haben Sie neue Formate des Miteinanders ins Leben gerufen, zum Beispiel den Neubürgerempfang oder die Jungbürgerversammlung, die es vorher so nicht gab. Neue Medien waren Ihnen wichtig und Sie haben diese gezielt für die Außenwirkung der Gemeinde eingesetzt. Besonders am Herzen lag Ihnen jedoch der Blick auf alles Erhaltenswerte in Gräfelfing. Alte Häuser, Gebäude und Strukturen, der Schutz der Gartenstadt, das waren Ihre Themen. Dies auch im Rahmen Ihrer Tätigkeit als stellvertretende Repräsentantin des Städtetages im Landesdenkmalrat. Die Aufnahme unseres Rathauses in die Denkmalliste haben Sie erreicht. Frau Wüst, Sie haben Gräfelfing in den letzten sechs Jahren mit gestaltet, haben sich eingesetzt für die Menschen, für die Gesellschaft, für unsere Gemeinschaft. Dafür danke ich Ihnen ganz herzlich im Namen des Gemeinderates, im Namen der Bürgerinnen und Bürger, aber auch ganz persönlich.“

Auch Uta Wüst erhielt als Abschiedsgeschenk einen Moriskentänzer sowie weitere Präsente, außerdem verabschiedeten sie die Vorsitzenden der Fraktionen mit anerkennenden Worten zur gemeinsamen Arbeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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