03.05.2019

Gemeinderat beschließt Zukunftskonzept für das Rudolf und Maria Gunst-Haus – wichtige Weichenstellungen festgelegt

Im Jahr 2016 hatte die Gemeinde Gräfelfing eine gemeinnützige GmbH für den Betrieb des Rudolf und Maria Gunst-Hauses gegründet als hundertprozentiges Tochterunternehmen der Gemeinde (RMG gGmbH). Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Gemeinde den größtmöglichen Einfluss sowohl auf die Struktur als auch auf die Führung des Wohnheims behält. Die Übergabe des Hauses durch den früheren Betreiber erfolgte am 30. September 2016. In der Sitzung des Gemeinderats am 30. April 2019 wurden nun Entscheidungen über das Zukunftskonzept, über das Betreibermodell und die Finanzierung getroffen. Teil des Konzepts ist es, dass die nötigen baulichen Maßnahmen über die gemeindeeigene RMG gGmbH erfolgen sollen und das Haus auch weiterhin von ihr betrieben wird. Das Pflegeheim soll 80 Einzelzimmerplätze inklusive aller Kurzzeitpflegeplätze, eine solitäre Tagespflege bis 15 Plätze sowie einen internen ambulanten Pflegedienst und eine Care- und Inklusionsberatung umfassen. Eine Arbeitsgruppe hatte sich intensiv mit einzelnen Fragestellungen auseinandergesetzt. Ein wichtiges Ergebnis der baulichen Gutachten war, dass es nahezu unumgänglich ist, den  Pflegebereich neu zu bauen. Dieser ist geplant für den Bereich, auf dem heute die Wertstoffinsel steht.


Da das Rudolf und Maria Gunst-Haus seit Jahren einen erheblichen Instandhaltungsrückstau aufweist und daher in dieser Form nicht auf Dauer weiterbetrieben werden kann, hatte die Gemeinde Gräfelfing nach der Übernahme des RMG vom vorherigen Betreiber Anfang 2017 die Erstellung eines Zukunftskonzepts in Auftrag gegeben.

Am 22. November 2017 wurde dem Gemeinderat ein Konzeptvorschlag unterbreitet, der jedoch modifiziert werden musste, da er dem Gemeinderat überdimensioniert erschien sowohl hinsichtlich der Größe als auch der Kosten. Daher gaben die Gemeinderäte eine entsprechende Überarbeitung in Auftrag. Am 4. April 2019 wurde diese wiederum den Fraktionsvorsitzenden vorgestellt und danach in den Gremien diskutiert – sowohl der Hauptausschuss als auch der Ausschuss für soziale Angelegenheiten, Schul-, Kultur- und Sportfragen beschäftigten sich mit dem Konzept.

In der Sitzung des Gemeinderats am 30. April 2019 wurde nun zunächst über die grundsätzliche Konzeption für das RMG und das entsprechende Betreibermodell beraten und abgestimmt. In weiteren Schritten wird im Mai und Juni 2019 die Beratung der städtebaulichen Machbarkeit und baulichen Umsetzung erfolgen. Dass man um den Neubau eines Teilbereichs des Seniorenheims nicht herumkommen wird, war die bauliche Empfehlung der Arbeitsgruppe und ist auch bereits Bestandteil des Zukunftskonzepts, mit dem in konzeptioneller Hinsicht grundsätzlich Einverständnis besteht. Das neu zu bauende Pflegeheim wird nicht wie bisher Zweibettzimmer, sondern Einzelzimmer umfassen.

Mitglieder der Arbeitsgruppe waren:

Dr. Hans Beyrle, Mitglied Aufsichtsrat RMG gGmbH

Ulrich Seyfferth, Geschäftsleiter Gemeinde Gräfelfing

Dr. Wolfgang G. Renner, LL.M, Rechtsanwalt, HKLW

Michael Settgast, Geschäftsführer RMG gGmbH

R. Hartmut Joithe, Geschäftsführer RMG gGmbH  

Das Zukunftskonzept der RMG-Arbeitsgruppe vom 28. Februar 2019 sieht im Einzelnen vor:

·       Pflegeheim mit 80 Einzelzimmerplätzen inklusive aller Kurzzeitpflegeplätze

·       Solitäre Tagespflege bis 15 Plätze

·       Hauseigener interner ambulanter Pflegedienst

·       Betreutes Wohnen mit insgesamt 35 Wohneinheiten

·       20 Personalwohnungen

·       Care- und Inklusionsberatung

·       Café mit Außenterrasse als Begegnungsstätte

Bei der Finanzierung des Pflegeheims kann die Gemeinde von kommunaler und staatlicher Seite Zuschüsse bis zu 6,8 Mio. Euro erhalten (allein aus dem vom Freistaat Bayern aufgelegten Zuschussprogramm „Pflege-Paket Bayern“ können für den Pflegebereich rund  4,8 Mio. Euro abgerufen werden).

Die Liegenschaft wird an die RMG gGmbH von der Gemeinde übertragen – in welcher rechtlichen Form, ob als Erbbaurecht oder Übertragung, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Die Entscheidung wird sich auch danach richten, welche Variante für die Gemeinde und die RMG gGmbH wirtschaftlicher ist. „Dadurch spart sich die RMG gGmbH den jährlichen Pachtzins von 625.000 Euro. Auf die Jahre gerechnet sind das drei Millionen Euro, mit denen sie agieren können“, so Uta Wüst.

„Ich freue mich sehr, dass wir nun einen großen Schritt weiter gekommen sind und das Zukunftskonzept für das Rudolf und Maria Gunst-Haus beschlossen ist“, kommentiert  Bürgermeisterin Uta Wüst. „Das Rudolf und Maria Gunst-Haus ist eine wichtige Institution, um den älteren Menschen direkt hier am Ort in ihrer gewohnten Lebenswelt auch im fortgeschrittenen Alter eine Wohnmöglichkeit zu bieten. Daher haben sowohl der Gemeinderat als auch ich uns so stark dafür eingesetzt, eine Lösung zu finden, bei der wir einen hohen Einfluss behalten und bestimmen können, wie das Seniorenheim in Zukunft aussehen soll. Nachdem das Konzept nun einen Konsens gefunden hat, bleibt im nächsten Schritt zu klären, welche baulichen Maßnahmen stattfinden müssen. Hier ist natürlich auch an eine Anpassung der Bebauungspläne zu denken. In jedem Fall konnte nun ein wirklich stimmiges Konzept entwickelt werden, das eine gute Grundlage bildet für unser weiteres Vorgehen.“