Energieausweis

Mit dem Energieausweis kann eine Aussage zur Energieeffizienz eines Gebäudes getroffen werden und ein Vergleich mit typischen anderen Gebäuden gezogen werden. Der Energieausweis gibt Anhaltspunkte für die künftig anfallenden Energiekosten für eine Wohnung oder ein Haus und soll dazu beitragen, die energetischen Eigenschaften von Gebäuden transparenter zu machen und der Energieeffizienz von Gebäuden eine größere Rolle zukommen zu lassen.

Für alle Energieausweise gilt: Sie sind ab Ausstellung zehn Jahre lang gültig. Eine Verlängerung ist nicht möglich.


Wer benötigt wann einen Energieausweis?

Energieausweise müssen nur vorgelegt werden, wenn das Gebäude oder eine Einheit verkauft, neu vermietet, verpachtet oder geleast werden soll. Verkäufern, Vermietern, Verpächtern oder Leasinggebern, die einen Energieausweis nicht, nicht rechtzeitig oder unvollständig vorlegen, droht ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro.

Zudem sind Energieausweise bei der Errichtung von Neubauten sowie in bestimmten Fällen der Modernisierung von Bestandsgebäuden auszustellen.

Insbesondere energetische Kennwerte aus dem Energieausweis müssen seit dem 01. Mai 2015 in Immobilienanzeigen  für den Verkauf und die Vermietung angegeben werden, sofern zum Zeitpunkt der Aufgabe der Immobilienanzeige ein Energieausweis vorliegt.

Außerdem ist der Energieausweis spätestens zum Zeitpunkt der Besichtigung des Kauf- bzw. Mietobjekts dem potenziellen Käufer/Mieter vorzulegen. Unmittelbar nach Vertragsschluss muss der Energieausweis oder eine Kopie hiervon dem Käufer bzw. neuen Mieter übergeben werden. 

Seit dem 01.Juli 2008 ist der Energieausweis Pflicht für Wohngebäude, die bis einschließlich 1965 gebaut wurden, seit dem 1.Januar 2009 für alle jüngeren Wohngebäude. Alle Nichtwohngebäude benötigen seit dem 01.07.2009 einen Energieausweis, wenn sie neu vermietet, verkauft oder verpachtet werden.

Für öffentlich genutzte Nichtwohngebäude gilt die Aushangpflicht des Energieausweises. Seit 08.07.2015 fallen Dienstleistungsgebäude mit über 250 m² Nutzfläche und regem Publikumsverkehr darunter.


Bedarfs- oder Verbrauchsausweis für Wohngebäude

Es gibt zwei Arten von Energieausweise bei Wohngebäuden: Den Verbrauchs- und den Bedarfsausweis.

Der Verbrauchsausweis legt lediglich die Verbrauchswerte der vergangenen Jahre zugrunde, die stark vom Verhalten der Bewohner abhängen.

Für den Bedarfsausweis hingegen berechnet ein Energieberater anhand einer technischen Analyse aller Gebäudedaten (insbesondere für Heizung und Warmwasser) den Energiebedarf – unabhängig vom Nutzerverhalten. Der energetische Zustand des Hauses sowie mögliche Sanierungsmaßnahmen, mit denen der Zustand verbessert und der Wert der Immobilie gesteigert werden kann, lassen sich so deutlich exakter darstellen.

  • Wohngebäude mit mehr als 4 Wohneinheiten:
    der Eigentümer kann zwischen einem Bedarfs –und einem Verbrauchsausweis wählen.

  • Wohngebäude mit weniger oder genau 4 Wohneinheiten:
    - Es gilt die Wahlfreiheit, wenn entweder der Bauantrag nach dem 1. November 1977 gestellt wurde (also die Wärmeschutzverordnung von 1977 beachtet werden musste) oder wenn das Wohngebäude trotz Bauantragstellung vor dem 1. November 1977 das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt (zum Beispiel durch spätere Modernisierungsmaßnahmen).
     - In allen anderen Fällen darf nur ein Bedarfsausweis ausgestellt werden.

  • Bei einem Neubau oder bei bestimmten Modernisierungsmaßnahmen ist nur ein Bedarfsausweis zulässig.

Farbskala und Energieeffizienzklasse

Die Energieausweise weisen eine Farbskala von grün nach rot auf. Ähnlich wie das Energieeffizienz-Label, das heute bei Elektrogeräten selbstverständlich ist, hilft die Farbskala den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung abzuschätzen. Grün bedeutet, dass wenig Energie für Heizung und Warmwasser benötigt wird; rot steht für eine schlechte Energiebilanz.

Seit dem 1. Mai 2014 enthalten die neu auszustellenden Energieausweise für Wohngebäude Energieeffizienzklassen, welche eine zusätzliche Transparenz geben. Die Energieeffizienzklassen reichen von Klasse A+ (beste Klasse) bis Klasse H (schlechteste Klasse).

Damit man einen Vergleich mit verschiedenen Gebäudetypen vom Effizienzhaus 40 bis hin zum energetisch nicht wesentlich modernisierten Einfamilienhaus hat, enthält der Energieausweis eine zweite Farbskala mit Vergleichswerten.


Wer darf einen Energieausweis ausstellen?

Die Aussteller von Energieausweisen müssen eine „baunahe“ Ausbildung als Eingangsqualifikation absolviert haben. Berechtigt sind z.B. Architekten, Ingenieure und qualifizierte Handwerker. Eine zentrale Zulassungsstelle gibt es allerdings nicht. Hier finden Sie einige ortsnahe Energieberater und Suchportale.

 

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Energieausweis


Weitere Informationen

Förderung von Energiesparberatung vor Ort http://www.bafa.de
Deutsche Energie-Agentur http://www.dena.de; http://www.zukunft-haus.info
Energieportal EnEV-online http://www.enev-online.de
Das Energieportal http://www.das-energieportal.de

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