Borkenkäfer

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Fichte liegt in höheren Gebirgslagen und im Mittelgebirge. Im Allgemeinen sind diese Bäume gesund und in der Lage, sich durch eine ausreichende Harzproduktion gegen Borkenkäfer zu wehren. Dort bringen einzelne Borkenkäfer nur geschwächte Bäume zum Absterben und schaffen so Platz für die  Neubesiedelung anderer Bäume. Die meisten Borkenkäferarten sind jedoch nicht in der Lage, lebende Fichten zum Absterben zu bringen. Sie spielen eher als Destruenten von bereits verrottendem Holz eine wichtige Rolle im Ökosystem Wald.

Durch ortsfremde Anpflanzungen (Privatgärten) und ausgedehnte Fichtenmonokulturen (Forstwirtschaft) wurden optimale Borkenkäferbiotope geschaffen. Hier können sich bei klimatischen Extremen (lange Trockenperioden im Sommer, Winter mit viel Schneebruchholz) die Borkenkäfer explosionsartig vermehren und auch gesunde Bäume zu Schaden bringen.

Bitte beachten Sie: um eine weitere Verbreitung der Borkenkäfer in Gräfelfing zu verhindern und die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden, müssen befallene Bäume entfernt werden!

 

Die am meisten verbreiteten Borkenkäferarten sind der Buchdrucker und der Kupferstecher. 

Buchdrucker

Buchdrucker bevorzugen vitale Altfichten. Die Käfer ernähren sich von den während der Photosynthese erzeugten Nährstoffen, die von der Krone zur Wurzel fließen. Wird der Fluss durch den Käfer unterbrochen, wird die Wurzel nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und das Wurzel- und Baumwachstum gestört bzw. vollkommen eingestellt.

Buchdruckerbefall lässt sich bereits zu Beginn am Auswurf von braunem Bohrmehl am Stamm, in den Rindenschuppen und auf der Bodenvegetation erkennen. Späte Befallskennzeichen sind Spechtabschläge, Abfallen der Rinde, Kronenverfärbung von unten nach oben und Nadelverlust der Krone im grünen Zustand.  

Kupferstecher

Der Kupferstecher reagiert auf Duftsignale geschädigter Bäume und befällt diese gezielt. Er besiedelt, wie der Buchdrucker, das Rinden- und Bastgewebe und ernährt sich von den darin fließenden Nährstoffen. Bevorzugt wird Schwachholz, also junge Bäume, die durch Wind oder Schnee geschädigt sind. Bei älteren Bäume werden die dünnen Zweige in den oberen Stammteilen besiedelt.

Der Kupferstecherbefall in Altbeständen lässt sich im frühen Befallsstadion nicht feststellen. Meist dauert es mehrere Monate, bis sich bei den befallenen Bäumen die Krone vom Gipfel abwärts rotbraun verfärbt und die Nadeln abfallen.  

Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung
 

  • Bei Borkenkäferbefall bleibt nur die Fällung des Baumes!
  • Vorsicht! Das gelagerte Holz nach der Fällung kann als mögliche Brutstätte des Borkenkäfers dienen! Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, sollte die Abfuhr von Befallsholz und bruttauglichem Material bis spätestens 31. März des Kalenderjahres erfolgen!

 

Detaillierte Informationen über Borkenkäfer finden Sie auf der Homepage der Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft oder in der PDF Informationsbroschüre des LWF.