Füchse in der Siedlung

Mittlerweile kann man den Tieren mitten in Gräfelfing und sogar am helllichten Tag begegnen: Der Fuchs fühlt sich schon seit einigen Jahren in den Siedlungen wohl.

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes)

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist ein so genannter „Kulturfolger“ und hat seinen Lebensraum in den vergangenen Jahren auf die Siedlungen ausgeweitet. Vermutlich ist die erfolgreiche Tollwutbekämpfung (Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei) sogar ein Grund dafür, dass die Füchse sich nun stärker vermehren können. Mittlerweile leben in Siedlungen mehr Füchse pro Fläche als im Wald. Das liegt vor allem daran, dass die Tiere nah beim Menschen mehr Nahrung finden: auf Komposthaufen, in bereit gestellten Gelben Säcken oder in dem Futter, das für Haustiere oder Igel nach draußen gestellt wurde. Auch Obst und Beeren locken ihn in die Gärten. Dabei verliert er bis zu einem gewissen Grad die Scheu vor dem Menschen und nimmt nicht mehr bei jeder Sichtung Reißaus. Während der Aufzuchtphase der Jungen im Frühsommer sind die Tiere auch tagsüber unterwegs, während sie sonst vor allem in der Dämmerung zu sehen sind.

Dennoch bleibt der Fuchs ein Wildtier, das auf keinen Fall gestreichelt oder gar gefüttert werden sollte. Das Verhalten der Tiere kann sich gerade in der Aufzuchtphase der Jungen unberechenbar verändern, wenn eine Gefahr für den Nachwuchs gewittert wird. Außerdem können Füchse und deren Hinterlassenschaften Krankheiten übertragen: die Fuchsräude ist zum Beispiel auch für Hunde ansteckend. Zum Glück sehr selten ist eine Übertragung des Kleinen Fuchsbandwurms auf den Menschen (ca. 10 Fälle pro Jahr in Bayern).

Folgende wichtige Verhaltensregeln sollten eingehalten werden, damit die Probleme mit den Stadtfüchsen beherrschbar bleiben:

  • Füttern Sie Ihre Haustiere im Haus, nicht im Garten.
  • Füttern Sie keine sonstigen Tiere im Garten und schon gar nicht gezielt den Fuchs.
  • Achten Sie darauf, dass Sie die Gelben Säcke nach Möglichkeit erst früh am Tag der Abholung bereitstellen, keinesfalls aber schon Tage vorher.
  • Decken Sie Ihren Kompost so ab, dass der Fuchs und andere Tiere nicht daran kommen können. Größere Mengen an Lebensmittelresten sollten über die Biomülltonne oder einen geschlossenen Schnellkomposter entsorgt werden.
  • Ernten Sie bodennahes Obst und Beeren so früh wie möglich.
  • Informieren Sie Ihre Nachbarn über Fuchssichtungen und mögliche Fuchsbauten.

Für die Verhütung von Krankheiten und Ansteckungsgefahren (v.a. mit dem Fuchsbandwurm) beachten Sie bitte folgende einfache Hygieneregeln:

  • Nach Garten-, Feld- und Waldarbeiten immer gründlich die Hände waschen.
  • Tote (und natürlich auch lebende) Füchse sowie deren Kot nicht anfassen.
  • Waldfrüchte (Beeren, Kräuter, Pilze), Gemüse und Salat aus Freilandkulturen sowie Fallobst vor dem Verzehr immer gründlich waschen. Sicher abgetötet werden Fuchsbandwurmeier bei Temperaturen über 60° C, also beim Kochen, Braten oder Backen.
  • Den Kot von Hunden und Katzen, die unbeaufsichtigt streunen und Mäuse jagen und fressen, regelmäßig auf Bandwurmeier untersuchen lassen und bei einem Nachweis eine Entwurmung mit einem auch gegen Bandwürmer wirksamen Präparat durchführen lassen.

Füchse und Marder können von zugelassenen „Stadtjägern“ in der Siedlung erlegt werden. Die Kosten hierfür muss der jeweilige Grundstückseigentümer übernehmen. Die Tiere lebend einzufangen und an anderer Stelle auszusetzen ist übrigens keine gute Lösung sondern falsch verstandener Tierschutz: die ausgesetzten Tiere würden zwangsläufig in Revieren von Konkurrenten ausgesetzt werden. Spätestens bei den dann folgenden Revierstreitigkeiten hat entweder der Neuankömmling oder der Revierinhaber das Nachsehen.
Eine Bejagung sollte dann ins Auge gefasst werden, wenn die Belastung mit den Hinterlassenschaften, wie Kot, Knochen und Müll zu groß wird oder der Fuchs krank erscheint. Jedoch kann keine noch so starke Bejagung die Füchse dauerhaft aus der Siedlung vertreiben. Der Mensch wird sich mit den Stadtfüchsen arrangieren müssen.

Weitere Informationen zu den Stadtfüchsen erhalten Sie bei der Gemeinde Gräfelfing, Sachgebiet Umwelt, Energie & Abfallwirtschaft
Dr. Lydia Brooks
Tel. 089 / 85 82 - 24
l.brooks@graefelfing.bayern.de