Plastikmüll

 

Was können wir dagegen tun

Weltweit werden pro Jahr 200 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Laut einer Studie des World Economic Forum (2016) werden davon nur 10 % rezykliert. 32 % der weltweit jährlichen Plastikproduktion werden weder deponiert noch verbrannt sondern verlassen das System unkontrolliert nach der Nutzung. Andere Studien geben an, dass 6 bis 26 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr in den Weltmeeren landen. 75 % des gesamten Mülls im Ozean besteht aus Kunststoffen.

Da Plastik sehr langsam vom UV Licht und den Wellenbewegungen "abgebaut" wird, dauert es ca. 10 bis 20 Jahre eine Plastiktüte oder 450 Jahre eine PET-Flasche vollständig zu zersetzen. In den  Hauptströmungswirbeln sammeln sich deshalb gigantische Müllteppiche aus Plastik an. Der bekannteste ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik, der inzwischen die Größe Indiens erreicht hat, wobei nur 15 % des Mülls auf der Oberfläche schwimmen. Mehr als 70 % sinken auf den Meeresboden, weitere 15 % werden an den Küsten angespült.

Nach der Zersetzung bleiben winzige Partikel zurück, die vom Plankton aufgenommen werden. So gelangen die Kunststoffe in den Nahrungskreislauf. Aber nicht nur Mikropartikel, auch größere Plastikteile werden von Meerestieren oder Vögeln fälschlicherweise mit Insektenlarven oder Fischeiern verwechselt. Die Aufnahme führt zu inneren Verletzungen und letztendlich zum Tod der Tiere.

Plastikmüll gibt es nicht nur im Meer. Er befindet sich überall: in heimischen Gewässern oder er reichert sich im Boden als Mikroplastik-Partikel (< 5mm) an, welche aus Kosmetikprodukten wie Zahnpasta und Peelings oder von Fusseln von Funktionskleidungen stammen. Kläranlagen können diese kleinsten Kunststoffteilchen nicht zurückhalten. Dieser Abfall landet dann früher oder später im Meer. 80 % des Plastikmülls in den Ozeanen wird durch Zuflüsse eingetragen. 

 

In unserem Alltag ist es unmöglich auf Kunststoffe gänzlich zu verzichten. Es liegt jedoch an jedem einzelnen von uns, verantwortungsbewusst zu handeln und weniger Plastik zu verwenden. 

  • Vermeiden Sie Kosmektikprodukte mit Kunststoffen

    Kunststoffe werden in einer Vielzahl von Kosmetikprodukten verwendet. Pulverisiert oder als Granulat haben sie in Zahnpasten oder Peeling-Cremes eine reinigende Funktion. In Shampoo- und Badeprodukten dienen sie als Füllstoff, Bindemittel und Filmbildner.
    Der "Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)" hat eine PDF Einkaufsliste herausgegeben, wo die bekanntesten  kunststoffhältigen Kosmetikprodukte angeführt sind.  
     
  • Vermeiden Sie Einweg-Plastikeinkaufstüten

    Einwegtüten verursachen Berge von Müll und verschwenden Ressourcen. Aber welche Tüte ist wirklich umweltfreundlich und welche sieht nur "grün" aus? Plastik, Papier oder Jute?
    Die Deutsche Umwelthilfe bietet dazu ausreichend Informationsmaterialien zur Orientierung an.

  • Verwenden Sie Mehrweg -statt Einwegpappbecher

    Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe werden deutschlandweit rund 2,8 Milliarden Coffee  to go-Becher pro Jahr verbraucht. Stellt man diese mit dem dazugehörigen Plastikdeckeln aufeinander, entsteht ein 300.000 km hoher Turm. Für die Herstellung dafür sind pro Jahr 29.000 Tonnen Papier notwendig. Oder anders gesagt: Für den schnellen Kaffee-Genuss im Einweg-Becher müssen jährlich 43.000 Bäume gefällt, 320.000 MWh Energie verwendet und 1,5 Milliarden Liter Wasser verbraucht werden.
    Mehr Informationen dazu finden Sie unter PDF Umweltproblem Coffee to go-Einwegbecher oder direkt bei der  Deutschen Umwelthilfe.