Start der Umsetzungsphase des gemeindlichen Geothermie-Projekts

Realisierung in kommunaler Hand

Gräfelfing wird das Tiefengeothermie-Projekt auf kommunaler Ebene ohne privaten Partner realisieren. Mit Zulassung des Hauptbetriebsplanes für die Errichtung des Bohrplatzes und das Abteufen der Tiefenbohrungen ist die Baureife für die Tiefengeothermie-Anlage erreicht. Nach Sicherung der BEW-Förderung in der Höhe von über 50 Mio. Euro für die Errichtung der Anlagen und des Netzes konnte nun mit der Errichtung des Bohrplatzes am Neurieder Weg 2 / Ecke Würmtalstraße begonnen werden. Am 19. September 2025 fand der Spatenstich für die Bohrplatzeinrichtung statt. 

Phase 2 der Projektrealisation

Nachdem in Phase 1 sowohl die technische als auch die wirtschaftliche Umsetzung des Wärmeprojektes durch eine Machbarkeitsstudie bestätigt wurden, beginnt nun Phase 2 der Projektrealisation – allerdings in einer veränderten Konstellation. Eine Evaluierung der aktuellen Rahmenbedingungen und Finanzierungsoptionen hatte ergeben, dass die Gemeinde Gräfelfing das Projekt ohne einen privatfinanzierten Anteil günstiger finanzieren kann als dies gemeinsam mit dem ehemaligen Projektpartner Silenos Energy möglich gewesen wäre. Darüber hinaus machten veränderte Förderungen des Bundes und des Freistaates Bayern weitreichende Anpassungen der ursprünglich festgelegten Gesellschafts- und Finanzierungsstruktur notwendig. Stand heute bekommt die Gemeinde Gräfelfing für ihr Geothermie-Projekt rund 50 Mio. Euro an Fördermitteln vom Bund aus der sogenannten BEW-Förderung (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze). Die Förderung sieht auch eine Absicherung der Risiken wie Fündigkeit, Unwägbarkeiten bei der Bohrung und dergleichen vor, so dass alle kostenintensiven Projektschritte abgesichert werden. 

Haushalte und Unternehmen in Gräfelfing (und möglicherweise darüber hinaus) sollen nachhaltig, zukunftssicher und umweltfreundlich mit Wärme aus Tiefengeothermie versorgt werden. Um dies zu erreichen, sind in den zurückliegenden Jahren entscheidende Schritte und Weichenstellungen erfolgt: Das Fernwärmenetz wurde und wird kontinuierlich ausgebaut, so zuletzt in der Bahnhofstraße Ost oder im Bereich des Autobahnzubringers im Gewerbegebiet. Bei anstehenden Straßensanierungen in den kommenden Jahren, wie z.B. der Lochhamer Straße, werden Fernwärmeleitungen gleich mit verlegt, wenn diese im Bereich der ersten Ausbaustufe des Fernwärmenetzes liegen. 

Die kommunalen Unternehmen (Fernwärmenetz Gräfelfing GmbH (FWNG) und Geothermie Gräfelfing GmbH & Co. KG (GGK)) wurden personell aufgestockt: Seit Ende letzten Jahres ist Thomas Banck verantwortlicher Geschäftsführer beider Unternehmen und hat bereits ein entsprechendes Team zusammengestellt. 
 

Zeitplan:

Der Bohrplatz soll bis Februar 2026 so hergestellt sein, dass die Bohrungen erfolgen können. Ihre Ausschreibung läuft bereits, die Bohrarbeiten sollen im ersten Halbjahr 2026 beginnen. Während der Bohrungen wird das Gelände so eingefasst, dass ein optimaler Schallschutz besteht. 

Desweiteren wird geprüft, ob und inwieweit das Vorhaben „Fernwärme aus Tiefengeothermie“ durch mögliche Kooperationen profitieren könnte – beispielsweise in wirtschaftlicher Hinsicht oder bei der Redundanz für eine verbesserte Betriebssicherheit. 

 

Sie haben weitere Fragen zum Ausbau des Fernwärmenetzes, der Tiefengeothermie oder unseren Projektpartnern? 

Dann kommen Sie mit Ihren Anliegen auf uns zu. Wir freuen uns über Ihr Interesse und sind gerne für Sie da.

Geothermie Gräfelfing GmbH & Co. KG
Freihamer Straße 2, 82166 Gräfelfing

Nicola Schmid-Burgk
Telefon: 089-38998711
Email: info@geothermie-graefelfing.de

Fernwärmenetz Gräfelfing GmbH
Freihamer Straße 4b, 82166 Gräfelfing
E-Mail info@fernwaermenetz-graefelfing.de
Internet www.fernwaermenetz-graefelfing.de

 

Hintergrund:

Geothermie ist eine regenerative Energieform mit vielen Vorteilen: Sie schont die Umwelt, schafft Unabhängigkeit von volatilen Preisentwicklungen oder geopolitischen Ereignissen und nutzt die lokalen Ressourcen, da sie nicht wie Gas oder Öl über weite Strecken transportiert werden muss. Einmal installiert, ist sie für den Verbraucher jederzeit verfügbar – rund um die Uhr und unabhängig von Tages- oder Jahreszeiten, Wetter oder Klima. Dies macht Geothermie zu einer verlässlichen, preisstabilen, emissionsarmen und klimafreundlichen Lösung. Angesichts der angespannten weltpolitischen Lage ist sie eine Wärmeversorgung, die noch mehr in den Fokus rückt. 

 

 

 

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