Besuch einer koreanischen Delegation im Rathaus

22.03.2019

Der koreanische Schriftsteller Mirok Li floh aufgrund seines politischen Engagements gegen die japanische Besatzungsmacht 1920 aus Korea und lebte bis 1950 in Gräfelfing im Exil. Er verfasste zahlreiche koreanische Erzählungen in deutscher Sprache und wird daher im Kreise seiner Freunde und Förderer als „Botschafter zwischen den Kulturen“ über den Tod hinaus verehrt. Er war gut befreundet mit Prof. Kurt Huber. An seiner Grabstätte auf dem Gräfelfinger Friedhof findet jedes Jahr durch die Mirok Li Gedächtnisgesellschaft eine feierliche Zeremonie statt. Am 3. Mai 2018 besuchte eine Abordnung aus Korea Gräfelfing, um eine Möglichkeit zu besprechen, an Mirok Li auch in der Ortsmitte und nicht nur auf dem Friedhof zu erinnern. Durch die enge Freundschaft zu Kurt Huber fand die Idee Gefallen, in der räumlichen Nähe zu dessen Gedenktafel einen Platz zu finden. Bei einem Ortstermin wurde eine geeignete Stelle an der westlichen Böschungsmauer am Beginn der Professor-Kurt-Huber-Straße identifiziert.


Ähnlich wie Prof. Kurt Huber war auch Mirok Li ein Widerstandskämpfer, der beim Drucken und Verteilen von Flugblättern half. Er engagierte sich im Rahmen der Protestaktionen 1919 gegen die japanische Besatzungsmacht. Als sein Leben daraufhin bedroht war,  floh er zuerst nach Shanghai, dort beteiligte er sich an der provisorischen Exilregierung Koreas, und später nach Deutschland.

Nun soll eine Gedenktafel genau an diese Freundschaft zu Prof. Kurt Huber erinnern. Dafür setzen sich die Overseas Korean Cultural Heritage Foundation (OKCHF) sowie der Mirok Li Gedächtnisverein ein.

Die Stelle, wo die Gedenktafel angebracht werden soll, hat einen direkten räumlichen Bezug zu Mirok Lis täglichem Weg zu Kurt Huber, außerdem einen Sichtbezug  zu der schon bestehenden Gedenkstelle für den Gräfelfinger Widerstandskämpfer.

Um vorab einen Eindruck von der Gedenktafel zu vermitteln, überreichte eine Delegation am Freitag, dem 22. März 2019, ein Bild davon an Bürgermeisterin Uta Wüst und den Zweiten Bürgermeister Peter Köstler. Die Original Tafel ist rund 40 Kilogramm schwer und mit Bronze überzogen. Sie wurde gestaltet von der Künstlerin Meekyoung Shin. Auf der Tafel sind das Gesicht Mirok Lis, koreanische Hausdächer und Rosen zu sehen – letzteres eine Anspielung auch an die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und den Bezug zu Kurt Huber.

Am Dienstag, 28. Mai 2019, soll die Tafel zusammen mit einer Beschreibung dann endgültig an ihrem Bestimmungsort angebracht werden. Und zwar am Beginn der Prof.-Kurt-Huber-Straße, an der rechten, versetzten Wandseite, neben dem Treppenaufgang.

Zuständig ist die Overseas Korean Cultural Heritage Foundation (OKCHF), die mit der Gemeinde dazu einen MOU (Memorandum of Understanding Vertrag) abschloss.

Die Foundation arbeitet in verschiedenen Bereichen, u.a. für die Rückgewinnung koreanischer Kulturschätze. Auch ist es die Aufgabe der Foundation, die Koreaner zu würdigen, die im Ausland gelebt und die koreanische Kultur vermittelt haben.

Dr. Mirok Li wurde als erste Person in das Programm aufgenommen.

 

Teilnehmer der Delegation:

Overseas Korean Cultural Heritage Foundation (OKCHF):

- Herr Kim Hong-dong (Leitender Vertreter der Foundation / Secretary General)

- Herr Kwak Donggu (International Cooperation Division)

 

Vorstand des Mirok Li Gedächtnisvereins:

- Frau Park Soo Jung (Vorsitzende)

- Frau Park Jang Hee (Kassenwartin)

- Song Jun Gun (ehemaliger Vorsitzender)

- Frau Liebhart Soon-Hee (Projektleitung)