Kreuzungsbereich Kleinhaderner Weg / Lochhamer Straße / Pasinger Straße: Ortstermin zur Erhöhung der Sicherheit für Radler

18.01.2019

Am Dienstag, dem 15. Januar 2019, hatte das Landratsamt München zu einem Ortstermin mit Vertretern seines Fachgebiets Verkehrsrecht, der Gemeinde Gräfelfing, dem Staatlichen Bauamt Freising und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) eingeladen. Thema war, wie an neuralgischen Punkten des Kreuzungsbereichs Kleinhaderner Weg / Lochhamer Straße / Pasinger Straße die Situation insbesondere für Radfahrer mittelfristig verbessert werden könnte. Dazu sollten die verschiedenen Akteure noch einmal zusammen gebracht werden, um direkt vor Ort unter Berücksichtigung der räumlichen Gegebenheiten Lösungsansätze auszuloten.

Herbert Haffner, Leiter Verkehrsrecht beim Landratsamt München, begrüßte die Anwesenden und schilderte die Ausgangssituation: Seit Jahren suchen Landratsamt, Straßenbauamt und Gemeinde nach praktikablen Lösungen an diesem Kreuzungsbereich, der komplexe Raumprobleme aufweist. Viele Planungen lagen bereits auf dem Tisch. „Im Mai 2015 war es im Gräfelfinger Bauamt beispielsweise schon Thema, ob man Fahrrad-Schutzstreifen auf der gesamten Länge der Pasinger Straße, und auch im Bereich dieser Kreuzung, einrichten könnte“, berichtet Roland Strecker, Leiter des Sachgebiets Tiefbau im Gräfelfinger Rathaus. „Im September 2015 wurde jedoch entschieden, nur den Teil nördlich des Kleinhaderner Wegs bis Pasing für den Radverkehr auszubauen. Für Fahrrad-Schutzstreifen entlang der übrigen Pasinger Straße ist der nötige Platz nicht vorhanden, um diese verkehrssicher zu realisieren. Für den Bereich auf der Autobahn-Brücke konnten allerdings im Jahr 2016 deutliche Verbesserungen erreicht werden: Hier wurde der einseitige Gehweg mit der Regelung „Radfahrer frei“ auf ein Gesamtmaß von drei Metern verbreitert, ein markierter Sicherheitsraum zur Straße erhöht seitdem die Verkehrssicherheit.“

Radweg bis zur Stadtgrenze Pasing saniert

Ebenso wurde der Radweg nördlich der Brücke bis zur Stadtgrenze Pasing im Jahr 2018 saniert. „Hier fehlen nur noch 20 Meter Asphaltierung“, so Strecker. Das Stück südlich der Autobahnbrücke bis zur Einmündung Kleinhaderner Weg steht für Frühjahr 2019 auf dem Programm: „Sobald der Würmtal-Zweckverband die Sanierung von Wasserleitungen in diesem Bereich beendet hat, starten wir mit der Sanierung des Radwegs von der Autobahnbrücke bis zum Aufzug, also bis kurz vor der Einmündung des Kleinhaderner Wegs. Hier wird der Radweg von zwei auf drei Meter verbreitert, so dass die Radler in diesem Bereich künftig nicht mehr absteigen müssen. Im Moment ist der Weg noch zu schmal für einen gesonderten Radweg oder auch nur einen kombinierten Geh- und Radweg. Doch diesen Mangel werden wir in den nächsten Monaten beheben.“

Lösungen gesucht für die Einmündung Kleinhaderner Weg

Komplizierter gestaltet sich die Lage direkt an der Einmündung des Kleinhaderner Wegs in die Pasinger Straße. Hier ist die Situation für Radlerinnen und Radler zur Zeit unübersichtlich. Daher werden von Seiten des ADFC Überlegungen angestellt, die Verkehrsinsel in der Pasinger Straße ganz zu entfernen und die Rechtsabbieger künftig mit einer Ampelschaltung zu regulieren, was den Fahrradfahrern ein Plus an Sicherheit bringen würde. Allerdings brächte die Einrichtung einer Ampelschaltung an dieser Stelle gleichzeitig auch Verzögerungen im Rechtsabbieger-Verkehr, was zu Stoßzeiten zu einem Rückstau an diesem und anderen Knotenpunkten führen könnte. „Wir als Gemeinde wünschen uns natürlich eine gute Lösung für alle Verkehrsteilnehmer an dieser Stelle“, so Bürgermeisterin Uta Wüst. „Aber die Situation gestaltet sich komplex. So sind sowohl der Kleinhaderner Weg als auch die Pasinger Straße gerade in den Morgen- und Abendstunden stark frequentiert – nicht zuletzt durch den „Schleichverkehr“ zur Autobahn, natürlich auch von einem Teil der rund 6.000 Beschäftigten, die im Gewerbegebiet arbeiten. Das haben Verkehrszähler festgestellt. Hier könnte erst die von uns geplante Entlastungsstraße eine zukünftige Erleichterung bringen, da sie den Verkehr zur Autobahn deutlich reduzieren wird. Wir haben aber auf jeden Fall den Willen, uns hierzu mit allen Seiten noch einmal auszutauschen. Nun haben wir schon einmal die Örtlichkeiten gemeinsam begutachtet, im nächsten Schritt werden wir uns in kleinerer Runde treffen, um die Eckpunkte festhalten, zu denen es einen Konsens gibt und weiter intensiv nachdenken, was machbar wäre. Weitere Verbesserungen für den Radverkehr in Gräfelfing sind außerdem bereits beschlossen.“

Radwegeverbindung von der Heitmeier-Siedlung in den Paul-Diehl-Park soll geprüft werden

So ist es bereits Beschlusslage, dass die direkte Radwegeverbindung von der Heitmeier-Siedlung in den Paul-Diehl-Park von der Verwaltung auf Machbarkeit und Kosten geprüft werden soll. Diese Verbindung hinüber auf die Westseite der Würm würde auf Höhe der Leharstraße beginnen. Über asphaltierte Wege könnten Radlerinnen und Radler dann bequem von der Heitmeier-Siedlung bis zum Ortszentrum Lochham und weiter fahren.

Sanierung des Neurieder Wegs mit beidseitigen Radwegen

„Eine große Verbesserung, die nach dem endgültigen Beschluss durch den Gemeinderat Ende Januar nun voraussichtlich endlich in diesem Jahr realisiert werden kann, ist die Sanierung des Neurieder Wegs, die wir seit Jahren anstreben, die sich aber aus juristischen Gründen zunächst verzögert hatte“, so Uta Wüst. „Dieser wird auch fahrradfreundlich ausgebaut mit beidseitigen Radwegen. Er stellt dann eine wichtige Verbindung vom Gewerbegebiet nach Martinsried dar, die von Radlern künftig besser als heute befahren werden kann. Außerdem haben wir gerade den Nordteil der Scharnitzer Straße saniert. Diese ist ein wichtiger Schulweg für Kinder und Jugendliche, die das Fahrrad nutzen. Und von daher ist ihre Erneuerung auch wieder ein Pluspunkt für Radler.“